Wie lässt sich CSR in Projekte integrieren?

11. März 2026
Geschrieben von Cegos Integrata Team

Die Schaffung finanzieller Werte ist heute nicht mehr das einzige zentrale Ziel vieler Organisationen. Zunehmend gewinnt die Berücksichtigung von Themen wie Corporate Social Responsibility (CSR) in Projekten an Bedeutung. Um Projektteams bei dieser Herausforderung zu unterstützen, hat unser Cegos-Kollege aus Paris, Emmanuel Chenevier, ein hilfreiches Analyse-Tool entwickelt: das Project Value Chain Canvas. Wir erklären, wie es funktioniert.

Die Integration von CSR in Projekte ist heute ein zentrales Anliegen vieler Organisationen. Typische Projektmanagement-Dokumente wie der Projektsteckbrief – auch Projektauftrag oder Project Charter genannt – bilden CSR-relevante Fragestellungen in der Regel nicht systematisch ab. Aus diesem Grund hat Emmanuel das Project Value Chain Canvas entwickelt.

Mit diesem Modell werden die internen und externen Stakeholder eines Projekts sichtbar. Gleichzeitig lässt sich klar darstellen, wie Projekte finanzielle und nicht-finanzielle Werte für diese Stakeholder schaffen und beeinflussen.

Warum CSR bereits in der Projektinitiierung integrieren?

Die Projektinitiierung markiert den Beginn eines jeden Projektes und ist eine entscheidende Phase für dessen weiteren Verlauf. In dieser Phase werden zentrale Eckpunkte und Rahmenbedingungen für den weiteren Projektverlauf festgelegt, wie etwa:

  • die Machbarkeit
  • die Ziele
  • die zentralen Deliverables
  • mögliche Herausforderungen
  • die Stakeholder
  • eine erste Einschätzung der benötigten Ressourcen
  • ein grober Zeitplan

Deshalb sollte das Thema CSR bereits in der Projektinitiierung systematisch berücksichtigt werden.

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Die Wertschöpfungskette eines Projekts mit dem Project Value Chain Canvas modellieren

Die Projektinitiierung wird in der Regel durch einen Projektsteckbrief formalisiert. Er dient Entscheider:innen als Entscheidungsgrundlage für die Freigabe oder Nicht-Umsetzung eines Projekts.

Das Project Value Chain Canvas ist eine Weiterentwicklung des klassischen Projektsteckbriefs und stellt die Wertschöpfung eines Projekts für alle Stakeholder in den Mittelpunkt. Dadurch lässt sich eine systematische und transparente Analyse der CSR-relevanten Auswirkungen eines Projekts einfach und transparent integrieren.

Entscheider:innen können ihre Start- oder Abbruchentscheidung dadurch auf eine fundierte Grundlage stellen. Gleichzeitig rückt das Project Value Chain Canvas CSR stärker in den Fokus der Projektarbeit einer Organisation.

Schaubild: Project Value Chain Canvas
Klicken Sie auf das Bild, um es herunterzuladen – Project Value Chain Canvas (© Cegos)

Wie liest man das Project Value Chain Canvas?

Das Project Value Chain Canvas wird von links nach rechts gelesen. Auf der linken Seite befinden sich die Stakeholder des Projekts – sowohl interne als auch externe – sowie der Kontext, in dem das Projekt initiiert wird. Zudem werden hier zentrale Herausforderungen und übergeordnete Ziele beschrieben, die sich aus den Erwartungen der Stakeholder ergeben.

Auf der rechten Seite wird die Wertschöpfung des Projekts dargestellt – sowohl in finanzieller als auch in nicht-finanzieller Hinsicht (ökologische oder gesellschaftliche Werte). Dieser Bereich ist in klassischen Projektmanagementmodellen meist nicht explizit vorgesehen und ermöglicht die Integration der CSR-Dimension in jedes Projekt.

Im Zentrum des Modells stehen die Kernelemente der Zieldefinition eines Projekts:

  • was mit dem Projekt umgesetzt wird (Deliverables)
  • die erforderlichen Ressourcen (finanziell, personell, Sachmittel, Partner)
  • der grobe Projektzeitplan (zentrale Meilensteine)
  • die wesentlichen Projektrisiken

All diese Informationen sind klassische Bestandteile eines Projektsteckbriefs.

Zusätzlich wurde ein weiteres Element ergänzt: die Umsetzungsstrategie des Projekts. Viele Projekte werden heute mit einer Kombination aus klassischen (Wasserfall-) und agilen Methoden umgesetzt. Ziel dieses Elementes ist es, frühzeitig über den passenden Entwicklungsansatz oder eine geeignete Methodenkombination nachzudenken.

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Wie füllt man das Project Value Chain Canvas aus?

Die folgenden Fragen helfen Ihnen dabei, die einzelnen Bereiche des Project Value Chain Canvas gemeinsam mit den relevanten Stakeholdern auszufüllen.

Projektkontext

  • In welchem Kontext wird das Projekt durchgeführt?
  • Welche Rahmenbedingungen oder Zwänge bestehen, die von Stakeholdern vorgegeben sind und nicht infrage gestellt werden können?
  • Welche Eingangsinformationen liegen für das Projekt vor?

Projektanforderungen und -ziele

  • Warum führen wir dieses Projekt durch?
  • Was sind die übergeordneten Ziele des Projekts?

Projekt-Stakeholder

  • Wer sind die wichtigsten externen Stakeholder des Projekts?
  • Wer sind die wichtigsten internen Stakeholder?
  • Wer ist der Projektsponsor?
  • Wer trifft die Entscheidungen (Governance)?
  • Wer sind die Mitglieder des Projektteams?

Projekt-Deliverables

  • Was sind die detaillierten Projektziele?
  • Was wird durch das Projekt konkret erstellt oder geliefert?
  • Was gehört ausdrücklich nicht zum Projektumfang?

Projektrisiken

  • Was sind die größten Risiken des Projekts?
  • Welche Maßnahmen können im Projekt ergriffen werden, um diese Risiken zu minimieren?
  • Welche Risiken entstehen, wenn das Projekt nicht umgesetzt wird?

Projektressourcen

  • Welche zentralen Ressourcen müssen eingesetzt werden (finanziell, personell, Sachmittel – quantitativ und qualitativ)?
  • Welche Partner und Lieferanten sind maßgeblich am Projekt beteiligt?

Umsetzungsstrategie des Projekts

  • Wie wird das Projekt strukturiert?
  • Wie erfolgt die Phaseneinteilung?
  • Soll die Umsetzung agil, prädiktiv oder hybrid erfolgen?

Projektplanung

  • Was sind die zentralen Meilensteine des Projekts?

Wertschöpfung des Projekts

  • Welche Werte werden durch das Projekt geschaffen, beeinflusst oder beeinträchtigt?

Finanzieller Wert

  • Return on Investment
  • Kapitalwert
  • Amortisationszeit

Nicht-finanzielle Werte

  • Kundennutzen (Verbesserung der Customer Experience, Erfüllung von Bedürfnissen)
  • Ökologischer Wert (CO₂-Einsparungen, Auswirkungen auf natürliche Ressourcen)
  • Gesellschaftlicher Wert (Arbeitsbedingungen, verantwortungsvoller Konsum, lokale Entwicklung)


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Diese Fragen dienen als Leitfaden für die Analyse. Wenn Sie unsicher sind, welchem Bereich eine Information zuzuordnen ist, gilt: Entscheidend ist nicht der genaue Platz, sondern die Relevanz der Information – und dass keine wichtigen Aspekte übersehen werden.

Der Projektsteckbrief ist ein Instrument zur systemischen Analyse eines Projekts. Durch die frühzeitige Integration von CSR-Aspekten bereits in der konzeptionellen Phase trägt dieser wesentlich dazu bei, Organisationen auf ihrem Weg zu einer nachhaltigen Transformation zu unterstützen. Die frühzeitige Integration von CSR-Aspekten in der konzeptionellen Phase trägt wesentlich dazu bei, Organisationen auf ihrem Weg zu einer nachhaltigen Transformation zu unterstützen.

Dieser Blogbeitrag wurde auf Grundlage eines Blogartikels der Cegos Group übersetzt und adaptiert. Den Originalbeitrag finden Sie hier:
https://www.cegos.fr/ressources/mag/projet/relations-avec-les-parties-prenantes/comment-integrer-la-rse-dans-ses-projets

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