Sie sind hier: Startseite > Blog > IT > IT-Management > ITIL® Strategic Leader: Wie aus IT-Strategie messbarer Geschäftserfolg wird

ITIL® Strategic Leader: Wie aus IT-Strategie messbarer Geschäftserfolg wird

29. September 2026 Geschrieben von René Kosel

Strategie, Governance und Transformation so verbinden, dass digitale Investitionen erkennbar zum Geschäft beitragen

Digitalisierung, künstliche Intelligenz und steigende Kundenerwartungen verändern nicht nur die eingesetzten Technologien. Sie verschieben auch die Erwartungen an IT- und Service-Management. Ein stabiler Betrieb bleibt wichtig, keine Frage. Doch heute reicht es nicht mehr, Services zuverlässig bereitzustellen, Budgets im Blick zu behalten und Veränderungen kontrolliert umzusetzen.

Von den Verantwortlichen wird zunehmend erwartet, dass sie Orientierung geben. Sie sollen Investitionen bewerten, Prioritäten nachvollziehbar setzen und digitale Produkte und Services eng mit den Geschäftszielen verknüpfen. Genau hier beginnt strategische Führung. Nicht bei der nächsten Toolentscheidung, sondern bei der Frage, welchen Unterschied eine Investition für Kund:innen, Mitarbeitende und das Unternehmen tatsächlich machen soll.

An dieser Schnittstelle setzt der ITIL® Strategic Leader an. Die Qualifizierung richtet sich an erfahrene Fach- und Führungskräfte, die Strategie nicht als Hochglanzfolie verstehen, sondern als Grundlage für konkrete Entscheidungen, tragfähige Transformationsprogramme und messbare Ergebnisse.

Leitfrage

Wie hilft der ITIL® Strategic Leader dabei, Geschäftsstrategie, IT-Investitionen, Governance und Transformation so zu verbinden, dass daraus erkennbarer und messbarer Mehrwert entsteht?

Was ist der ITIL® Strategic Leader (Version 5)?

Der ITIL® Strategic Leader (Version 5) ist ein Qualifizierungsweg für Fach- und Führungskräfte, die digitale Strategien entwickeln, Veränderungen wirksam steuern und IT-Investitionen konsequent an Geschäftszielen ausrichten möchten. Der Qualifizierungsweg umfasst ITIL® Foundation, ITIL® Strategy und ITIL® Transformation.

Im Mittelpunkt stehen strategische Ausrichtung, Governance, Entscheidungsfähigkeit, organisatorischer Wandel und die Übersetzung von Investitionen in überprüfbare Ergebnisse. Der ITIL® Strategic Leader verbindet damit das strategische „Wohin?“ mit der Frage, wie digitale Veränderungen nachhaltig umgesetzt und messbarer Wert geschaffen werden kann.

ITIL® Strategic Leader: Strategie beginnt nicht bei der Technologie

In vielen Unternehmen wird IT-Strategie noch immer mit einer Liste von Technologieentscheidungen verwechselt. Dann geht es vor allem um Cloud-Plattformen, Automatisierung, neue Tools, Datenarchitekturen oder KI-Anwendungen. All das ist relevant. Es beantwortet aber noch nicht die entscheidende Frage: Welchen Beitrag soll die Technologie zu den gewünschten Geschäftsergebnissen leisten?

Eine KI-Lösung ist schließlich nicht automatisch strategisch, nur weil sie modern klingt. Eine Cloud-Migration erzeugt nicht von selbst Kundennutzen. Und ein neues Portal ist noch kein Erfolg, solange unklar bleibt, ob es genutzt wird, Bearbeitungszeiten verkürzt oder einen spürbaren Beitrag zur Servicequalität leistet.

Der ITIL® Strategic Leader lenkt den Blick deshalb zunächst auf Wert, Ziele und gewünschte Ergebnisse. IT, digitale Produkte und Services werden nicht als isolierte Bausteine betrachtet, sondern als Teile eines größeren Wertschöpfungssystems. Technologie ist darin ein Mittel, nicht der Ausgangspunkt jeder Diskussion.

Im Modul ITIL® Strategy (Version 5) geht es unter anderem darum, Richtung und Prioritäten zu bestimmen, strategische Prinzipien zu formulieren und angestrebte Wertbeiträge greifbar zu machen. Entscheidungsmodelle, Governance und Wertmessung sorgen dafür, dass die Verbindung zwischen Vision, Strategie und Umsetzung nicht im Ungefähren bleibt.

Praxisbeispiel: Der Servicekatalog wird zum Steuerungsinstrument

Ein Unternehmen verfügt über einen umfangreichen Servicekatalog mit mehr als hundert Leistungen. Jede Leistung ist beschrieben, einer verantwortlichen Rolle zugeordnet und technisch dokumentiert. Auf den ersten Blick wirkt das vorbildlich. Beim genaueren Hinsehen fehlen jedoch Antworten auf Fragen, die für strategische Entscheidungen entscheidend sind:

  • Welche Services unterstützen die wichtigsten Geschäftsziele?
  • Welche Leistungen erzeugen einen erkennbaren Nutzen für Kund:innen oder interne Nutzer:innen?
  • Wo entstehen hohe Kosten, ohne dass ein ausreichender Wertbeitrag sichtbar wird?
  • Welche Services sollten ausgebaut, verändert, gebündelt oder möglicherweise eingestellt werden?

Aus strategischer Sicht reicht es nicht, „nur“ den Katalog sauber zu verwalten. Portfolio-, Service- und Business-Verantwortliche müssen die Leistungen gemeinsam danach bewerten, welchen Beitrag sie zur Unternehmensstrategie leisten. Damit verändert sich auch die Rolle des Servicekatalogs: Aus einer Dokumentationssammlung wird eine belastbare Grundlage für Investitions-, Kapazitäts- und Priorisierungsentscheidungen.

Das klingt zunächst nach einem kleinen Perspektivwechsel, in der Praxis ist er erheblich. Denn sobald der Wertbeitrag sichtbar werden soll, müssen Verantwortliche Annahmen offenlegen, Zielkonflikte besprechen und Entscheidungen treffen, die nicht überall auf Zustimmung stoßen.

Eine gute Strategie braucht klare Entscheidungen

Strategiepapiere scheitern selten daran, dass es überhaupt keine Ziele gibt. Häufiger scheitern sie an vertagten Entscheidungen, unklaren Verantwortlichkeiten oder Prioritäten, die bei der ersten Gegenbewegung wieder aufgeweicht werden. Die schönste Strategie hilft wenig, wenn am Ende jedes einzelne Vorhaben irgendwie „höchste Priorität“ hat.

An diesem Punkt kommt Governance ins Spiel. Gute Governance soll nicht möglichst viele Freigaben erzeugen. Sie schafft Klarheit darüber, wer innerhalb welcher Leitplanken entscheidet, welche Informationen dafür benötigt werden und wie Entscheidungen später überprüft werden können.

Für IT- und Service-Manager:innen bedeutet das unter anderem:

  • Entscheidungsrechte eindeutig festlegen
  • strategische Leitplanken für Produkte und Services definieren
  • Investitionen nach Wert, Risiko und Zielbeitrag priorisieren
  • Abhängigkeiten zwischen Projekten, Services und Portfolios sichtbar machen
  • Fortschritt nicht nur über Aktivitäten, sondern vor allem über Ergebnisse steuern

Die strategische Führung verlangt damit deutlich mehr als eine klassische Planung. Sie braucht Urteilsvermögen, ein belastbares Verständnis von Wert und die Fähigkeit, auch unter unsicheren Bedingungen Entscheidungen zu treffen. Gleichzeitig müssen diese Entscheidungen so transparent sein, dass Management, IT und Fachbereiche sie nachvollziehen und gemeinsam tragen können.

Praxisbeispiel: Priorisierung im Demand Management

Aus mehreren Fachbereichen gehen fast gleichzeitig anspruchsvolle Anforderungen ein: Ein KI-gestützter Kundenservice soll eingeführt, eine kritische Altsystemlandschaft modernisiert, ein Self-Service-Portal aufgebaut, die Datenqualität im Reporting verbessert und zusätzliche regulatorische Anforderungen umgesetzt werden.

Eine rein finanzielle Betrachtung greift hier zu kurz. Ebenso riskant wäre es, die lauteste Forderung zuerst zu bedienen. Strategische Priorisierung betrachtet mehrere Perspektiven gleichzeitig:

  • Beitrag zu den Unternehmenszielen
  • erwarteter Kunden- und Geschäftsnutzen
  • Risiken bei Nichtumsetzung
  • benötigte Fähigkeiten, Budgets und Kapazitäten
  • technologische und organisatorische Abhängigkeiten
  • Auswirkungen auf bestehende Produkte und Services
  • Messbarkeit des erwarteten Ergebnisses

Das Resultat ist keine mathematisch perfekte Rangfolge. Eine solche Perfektion gibt es bei komplexen Entscheidungen ohnehin selten. Entscheidend ist eine verständliche Grundlage, auf der unterschiedliche Interessen sichtbar werden und Führungskräfte bewusst abwägen können.

Genau darin liegt ein wichtiger Nutzen strategischer Modelle: Sie nehmen dem Management die Entscheidung nicht ab. Sie verbessern jedoch die Qualität der Diskussion und verhindern, dass Prioritäten ausschließlich nach Bauchgefühl, Lautstärke oder historischer Gewohnheit gesetzt werden.

ITIL® Strategic Leader: Strategy und Transformation verbinden

Eine Strategie allein verändert noch nichts. Wirkung entsteht erst, wenn neue Prioritäten in Rollen, Entscheidungswege, Arbeitsweisen, Fähigkeiten und Investitionen übersetzt werden. Deshalb verbindet der Qualifizierungsweg zum ITIL® Strategic Leader die Module ITIL® Strategy (Version 5) und ITIL® Transformation (Version 5).

ITIL® Strategy behandelt die strategische Richtung, Priorisierung und Wertorientierung. ITIL® Transformation (Version 5) richtet den Blick auf die Umsetzung und die nachhaltige Verankerung von Veränderungen. Das Modul ITIL® Transformation ist zugleich ein gemeinsames Kernmodul innerhalb der Qualifizierungspfade zum Practice Manager, Managing Professional und Strategic Leader und muss nur einmal absolviert werden.

Auf der Transformationsebene geht es unter anderem um:

  • Auf der Transformationsebene geht es unter anderem um:
  • realistische Planung von Veränderungsvorhaben
  • passende Governance-Strukturen
  • geeignete Initiierungs- und Umsetzungsmuster
  • Change- und Risikomanagement
  • Steuerung über Value Streams und aussagekräftige KPIs
  • Lernen, Feedback und kontinuierliche Verbesserung

Diese Verbindung ist entscheidend, eine Strategie ohne Umsetzung bleibt Absicht. Transformation ohne strategische Richtung erzeugt dagegen viel Bewegung, aber nicht zwingend Fortschritt. Erst beide Perspektiven zusammen schaffen einen Rahmen, in dem Veränderung zielgerichtet gesteuert werden kann.

Praxisbeispiel: Ein neues Operating Model

Ein international tätiges Unternehmen möchte Produktmanagement, Service Management und Softwareentwicklung enger miteinander verzahnen. Auf dem Papier ist das neue Operating Model schnell beschrieben: Produktteams sollen mehr Verantwortung übernehmen, Entscheidungen sollen dezentraler fallen und Value Streams durchgängig gesteuert werden.

In der Praxis tauchen jedoch Fragen auf, die sich nicht mit einem neuen Organigramm beantworten lassen:

  • Wer entscheidet künftig über Budgets?
  • Wer trägt die Verantwortung für den laufenden Service?
  • Wie werden Produktziele und Service Levels miteinander verbunden?
  • Welche Rolle übernimmt das Change Management?
  • Wie lässt sich der Wertbeitrag der neuen Struktur messen?

Eine ITIL®-orientierte Transformation betrachtet diese Punkte nicht getrennt. Sie verbindet Menschen, Prozesse, Technologie, Partner, Governance und Messgrößen. Statt nur Kästchen und Berichtslinien neu zu sortieren, wird geklärt, wie Entscheidungen und Wertströme im Alltag tatsächlich funktionieren sollen.

Gerade an dieser Stelle zeigt sich, ob ein Operating Model tragfähig ist. Wenn Verantwortung zwar formal dezentralisiert wird, Budgets und Entscheidungsrechte aber zentral bleiben, entstehen Reibungsverluste. Wenn Produktziele den laufenden Service ignorieren, wächst der Konflikt zwischen Veränderung und Stabilität. Strategische Führung muss solche Spannungen nicht wegmoderieren. Sie muss sie sichtbar machen und bewusst gestalten.

Messbarer Wert ist wichtiger als reine Aktivität

Viele Organisationen können sehr genau sagen, wie viel sie tun. Sie zählen bearbeitete Tickets, umgesetzte Changes, abgeschlossene Projekte oder veröffentlichte Releases. Für die operative Steuerung sind diese Zahlen nützlich. Sie zeigen aber nur begrenzt, ob die Organisation ihre strategischen Ziele erreicht.

Strategische Führung braucht deshalb eine andere Art der Messung. Aktivitätskennzahlen bleiben relevant, werden aber durch Ergebnis- und Wertindikatoren ergänzt. Die entscheidende Frage lautet: Was hat sich durch eine Investition, einen Service oder eine Veränderung konkret verbessert?

Wirtschaftlicher Wert

  • vermiedene oder reduzierte Kosten
  • bessere Nutzung vorhandener Ressourcen
  • Beitrag digitaler Services zum Umsatz
  • Reduzierung unwirtschaftlicher oder redundanter Leistungen

Kunden- und Nutzerwert

  • Nutzungsgrad eines digitalen Services
  • wahrgenommene Servicequalität
  • kürzere Bearbeitungs- oder Durchlaufzeiten
  • Erreichung gewünschter Kundenergebnisse

Strategischer Beitrag

  • Unterstützung definierter Geschäftsprioritäten
  • schnellere Umsetzung strategischer Initiativen
  • Reduzierung kritischer Abhängigkeiten
  • Aufbau benötigter organisationaler Fähigkeiten

Risiko und Resilienz

  • Verringerung relevanter Geschäftsrisiken
  • Widerstandsfähigkeit kritischer Services
  • Einhaltung verbindlicher Governance-Vorgaben
  • Transparenz über Entscheidungen und Verantwortlichkeiten

Die eigentliche Herausforderung besteht nicht darin, möglichst viele KPIs zu sammeln. Im Gegenteil: Ein überfülltes Dashboard kann den Blick auf das Wesentliche sogar erschweren. Sinnvoller sind wenige Kennzahlen, die einen klaren Zusammenhang zwischen Investition, Veränderung und Ergebnis herstellen und dadurch eine konkrete Entscheidung unterstützen.

Dabei lohnt es sich, früh über Messbarkeit zu sprechen. Wer erst am Ende eines Programms überlegt, woran Erfolg erkennbar sein soll, bekommt häufig Kennzahlen, die gut aussehen, aber wenig aussagen. Wertmessung gehört deshalb an den Anfang strategischer Entscheidungen, nicht nur in das Abschlussreporting.

Für wen eignet sich der ITIL® Strategic Leader?

Der Name ITIL® wird häufig unmittelbar mit Service Desk, Incident Management oder Change Enablement verbunden. Der ITIL® Strategic Leader richtet sich jedoch bewusst an Rollen, die über einzelne ITSM-Practices hinausblicken und regelmäßig Entscheidungen an der Schnittstelle von Business, Technologie, Finanzen und Transformation treffen.

Dazu zählen insbesondere:

  • IT- und Service-Manager:innen
  • Portfolio- und Demand-Manager:innen
  • Senior Consultants und Enterprise-Architekt:innen
  • Produktmanager:innen
  • Business-Partner:innen
  • Controller:innen
  • Transformations- und Programmverantwortliche
  • Führungskräfte in Governance, Capacity und Serviceportfolio

Auch für nicht technisch geprägte Rollen können die Inhalte relevant sein. Im Mittelpunkt stehen Geschäftsziele, Wertschöpfung, Governance, Portfolioentscheidungen und Veränderung. Es geht also nicht darum, technische Details einzelner Systeme zu beherrschen, sondern digitale Entscheidungen in ihrem gesamten organisatorischen und wirtschaftlichen Zusammenhang zu verstehen.

Für Produktmanager:innen ist etwa die Verbindung von Produktwert und Serviceverantwortung interessant. Controller:innen profitieren von einem erweiterten Blick auf Wert, Risiko und Zielbeitrag. Enterprise-Architekt:innen wiederum erhalten einen Rahmen, um Architekturentscheidungen stärker mit strategischen Prioritäten und Transformationsfähigkeit zu verknüpfen.

Qualifizierungsweg zum ITIL® Strategic Leader: Voraussetzungen und Module

Nach dem vorliegenden Qualifikationsschema setzt sich die Bezeichnung aus drei Bausteinen zusammen:

ITIL® Foundation (Version 5)

vermittelt eine gemeinsame Sprache, grundlegende Konzepte und ein übergreifendes Verständnis für digitales Produkt- und Service-Management. Damit entsteht die Basis, auf der strategische und transformationsbezogene Inhalte aufbauen. Einen vertiefenden Überblick zu Inhalten, Nutzen und Zertifizierung bietet unser Artikel zu ITIL® 5 Foundation.

ITIL® Strategy (Version 5)

behandelt strategische Ausrichtung, Governance, Investitionen, Priorisierung und die Verbindung von Vision und Umsetzung. Der Schwerpunkt liegt auf der Frage, wie aus strategischen Absichten konkrete und nachvollziehbare Entscheidungen werden. Zum Seminar

ITIL® Transformation (Version 5)

konzentriert sich auf Planung, Steuerung und nachhaltige Verankerung von Veränderung. Dazu gehören Governance, Change, Risiken, Umsetzungsmuster, Erfolgsmessung und kontinuierliches Lernen. Wer die erforderlichen Module erfolgreich abschließt, erreicht die Bezeichnung ITIL® Strategic Leader. Zum Seminar

Kritische Einordnung: Was die Qualifizierung nicht leisten kann

Ein strukturierter strategischer Rahmen kann sehr hilfreich sein. Er ersetzt jedoch keine Führungsarbeit. Eine Zertifizierung schafft Wissen, Orientierung und eine gemeinsame Sprache. Sie löst aber nicht automatisch Zielkonflikte, politische Spannungen oder historisch gewachsene Silos.

Risiko 1: Strategie wird zur Methode

Wer Modelle mechanisch anwendet, produziert schnell neuen Formalismus. Strategische Arbeit darf nicht auf Workshops, Vorlagen und Kennzahlen reduziert werden. Modelle sollten das Denken unterstützen, nicht an seine Stelle treten.

Risiko 2: Governance wird mit Kontrolle verwechselt

Zu viele Gremien und Freigabestufen verlangsamen Entscheidungen. Gute Governance schafft Klarheit über Verantwortung, Grenzen und Eskalationswege. Sie versucht nicht, jede Einzelentscheidung zentral abzusichern.

Risiko 3: KPIs werden zum Selbstzweck

Eine Kennzahl ist nur dann hilfreich, wenn sie eine relevante Entscheidung unterstützt. Messbarkeit allein macht einen KPI noch nicht strategisch. Wenn niemand weiß, welche Konsequenz aus einer Abweichung folgt, bleibt auch das beste Dashboard dekorativ.

Risiko 4: Zertifizierung wird mit Umsetzungskompetenz gleichgesetzt

Die Qualifizierung liefert Konzepte, Modelle und Orientierung. Der tatsächliche Nutzen entsteht erst durch Anwendung, Reflexion und Anpassung an den jeweiligen Unternehmenskontext. Erfahrung, Kommunikation und Führung bleiben unverzichtbar.

Der ITIL® Strategic Leader ist deshalb kein fertiges Betriebssystem für Strategie. Sinnvoller ist die Einordnung als ein strukturierter Orientierungsrahmen. Er hilft Führungskräften, Strategie, Governance und Veränderung systematisch miteinander zu verbinden, ohne ihnen die schwierigen Entscheidungen abzunehmen.

Strategische Führung zeigt sich in der Umsetzung

Der ITIL® Strategic Leader erweitert den Blick auf ITIL®. Im Mittelpunkt steht nicht die Frage, ob einzelne Prozesse formal korrekt beschrieben sind. Entscheidend ist, ob digitale Produkte und Services einen nachvollziehbaren Beitrag zu Geschäfts- und Kundenergebnissen leisten.

Für IT- und Service-Verantwortliche bietet der Qualifizierungsweg die Möglichkeit, strategische Fähigkeiten gezielt auszubauen. Besonders wichtig ist die Verbindung von von ITIL® Strategy (Version 5) und ITIL® Transformation (Version 5). Sie macht deutlich: Eine gute Strategie benennt nicht nur ein Ziel. Sie schafft auch die Voraussetzungen dafür, dass Menschen, Investitionen, Services und Entscheidungen dieses Ziel im Alltag tatsächlich unterstützen.

Wer IT nicht nur verwalten, sondern als strategischen Teil der Wertschöpfung gestalten möchte, findet im ITIL® Strategic Leader einen praxisorientierten Entwicklungsweg. Der Nutzen liegt dabei weniger im nächsten Zertifikat an der Wand. Er liegt in besseren Gesprächen, klareren Entscheidungen und einer Umsetzung, deren Wirkung sich am Ende auch zeigen lässt.

Wie entwickeln Sie strategische IT-Kompetenz mit ITIL® weiter?

ITIL® bietet Fach- und Führungskräften einen strukturierten Rahmen, um Strategie, Governance, Service Management und Transformation wirkungsvoll miteinander zu verbinden. Mit passenden ITIL®-Trainings und Qualifizierungswegen unterstützen wir Sie dabei, Kompetenzen gezielt aufzubauen und die Inhalte auf Ihre konkreten Herausforderungen im Unternehmen zu übertragen. Entdecken Sie unsere ITIL®-Trainings und lassen Sie sich beraten, welcher Qualifizierungsweg zu Ihren Zielen passt.

Jetzt Kontakt aufnehmen

FAQ zum ITIL® Strategic Leader

Was ist ITIL® Strategic Leader?Der ITIL® Strategic Leader ist eine professionelle ITIL®-Bezeichnung für Personen, die digitale Strategien entwickeln, IT und Business aufeinander ausrichten und Transformationen wirksam steuern möchten.

Welche Module sind erforderlich?Der aktuelle Qualifizierungsweg umfasst ITIL® Foundation, ITIL® Strategy (Version 5) und ITIL® Transformation (Version 5).

Für wen eignet sich die Qualifizierung?Die Qualifizierung richtet sich insbesondere an IT- und Service-Manager:innen, Portfolio- und Demand-Verantwortliche, Architekt:innen, Produktmanager:innen, Controller:innen, Business-Partner:innen sowie Führungskräfte mit Verantwortung für Governance und Transformation.

Ist der ITIL® Strategic Leader nur für IT-Führungskräfte relevant?Nein. Die Inhalte sind auch für Business-, Portfolio-, Produkt-, Finance- und Governance-Rollen relevant, sofern diese regelmäßig über digitale Investitionen, Services oder Transformationen entscheiden.

Was ist der Unterschied zum ITIL® Managing Professional?Der Strategic Leader konzentriert sich auf Strategie, Governance, Investitionen, Führung und Transformation. Beim Managing Professional liegen die Schwerpunkte stärker auf Produkt, Service, Experience und Transformation. ITIL® Transformation ist Bestandteil beider Lernwege. Wie modernes Service Management im ITIL® Managing Professional konkret ausgestaltet wird, zeigt unser Beitrag zum ITIL® Managing Professional.

Welche Rolle spielt ITIL® Transformation?Das Modul verbindet strategische Zielsetzungen mit konkreter Veränderungsarbeit. Es behandelt unter anderem Transformationsplanung, Governance, Umsetzung, Change, Risiken und Erfolgsmessung.

Welche Voraussetzungen gibt es für den ITIL® Strategic Leader?Für den ITIL® Strategic Leader (Version 5) sind die vorgesehenen ITIL®-Module erfolgreich zu absolvieren. Dazu gehören ITIL® Foundation, ITIL® Strategy (Version 5) und ITIL® Transformation (Version 5). Die konkreten Prüfungs- und Zulassungsbedingungen sollten anhand der aktuell geltenden Zertifizierungsvorgaben geprüft werden.

Wie lange dauert die ITIL® Strategic Leader Qualifizierung?Die Dauer hängt davon ab, welche Module bereits absolviert wurden und in welchem Format die Qualifizierung durchgeführt wird. Sie können die aktuelle Dauer den jeweiligen Seminarinformationen entnehmen.

Was kostet die ITIL® Strategic Leader Qualifizierung?Die Kosten hängen vom gewählten Seminarformat und den enthaltenen Leistungen ab. Die aktuellen Preise und Termine finden Sie in den jeweiligen Seminarangeboten. Hier gelangen Sie zu unserem gesamten ITIL®-Seminarangebot.

War dieser Artikel hilfreich für Sie?

Geschrieben von

René Kosel

René Kosel verantwortet bei Cegos Integrata als Produktmanager die Bereiche Software-Engineering & Testing sowie IT-Strategie und -Management. Zuvor betreute er die Themenbereiche Produktmanagement, agile Methoden und Change Management.Als ausgebildeter Fachinformatiker für Anwendungsentwicklung und seiner Arbeitserfahrung im Vertrieb der überbetrieblichen Aus- und Weiterbildung verbindet er technisches Know-how mit dem Wissen, was Organisationen antreibt. So entwickelt er Produkte und Lernlösungen, die neben einer hohen Praxisnähe auch aktuelle und zukünftige Herausforderungen abdecken.